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Glücksspielrechtsreform als Chance für einen starken und zukunftsfähigen Sport

Die geplante Reform des österreichischen Glücksspielrechts bietet die Chance, zusätzliche Einnahmen nachhaltig und verantwortungsvoll für die Allgemeinheit einzusetzen. Aus Sicht des ASVÖ Oberösterreich muss dabei insbesondere der organisierte Sport angemessen berücksichtigt werden. Investitionen in Sport und Bewegung fördern die Gesundheit, stärken das Ehrenamt und schaffen wertvollen gesellschaftlichen Zusammenhalt.


Sport Austria hat als offizielle Interessenvertretung des organisierten Sports eine Stellungnahme zum Entwurf des Glücksspielreformgesetzes 2026 eingebracht. Darin wird angeregt, die Bundes-Sportförderung künftig stärker an die Entwicklung der Einnahmen aus Glücksspielabgaben und Konzessionsentgelten zu koppeln.

„Unsere Sportvereine leisten Tag für Tag einen unverzichtbaren Beitrag für Gesundheit, Gemeinschaft und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Eine faire Beteiligung des organisierten Sports an den zusätzlichen Einnahmen aus Glücksspiel und Sportwetten wäre daher keine kurzfristige Unterstützung, sondern eine nachhaltige Investition in unsere Vereine, unsere Jugend und die Zukunft des Sports in Österreich.“


- Peter Reichl, Präsident des ASVÖ Oberösterreich

Bewährtes Finanzierungsmodell weiterentwickeln

Die Finanzierung des organisierten Sports aus Glücksspielerträgen hat in Österreich eine lange Tradition und ist ein wesentliches Grundprinzip des Glücksspielgesetzes. Mit der geplanten Neustrukturierung des Glücksspielmarktes wird laut den Erläuterungen zum Gesetzesentwurf mit deutlich höheren Einnahmen gerechnet.

Durch eine stärkere Kanalisierung in den legalen Markt und eine verbesserte fiskalische Erfassung werden Mehreinnahmen von rund 25 Prozent erwartet. Der organisierte Sport sollte an dieser Entwicklung angemessen beteiligt werden. Damit könnte ein Teil der zusätzlichen Mittel unmittelbar dort eingesetzt werden, wo er langfristig einen besonders hohen gesellschaftlichen Nutzen schafft.

Inflation schwächt die reale Sportförderung

Die Bundes-Sportförderung wurde im Jahr 2023 von 80 auf 120 Millionen Euro erhöht. Diese Steigerung wurde durch die Inflation jedoch bereits weitgehend relativiert. Inflationsbereinigt entsprechen 80 Millionen Euro aus dem Jahr 2011 im Mai 2026 rund 125,4 Millionen Euro. Die derzeitige Förderung liegt real somit unter dem damaligen Niveau.

Eine regelmäßige Anpassung der in § 20 des Glücksspielgesetzes geregelten Sportförderung an die Entwicklung der Glücksspielabgaben und Konzessionsentgelte könnte die Finanzierung langfristig absichern. Vereine und Verbände würden dadurch mehr Planungssicherheit erhalten und könnten zusätzliche Investitionen in den Nachwuchs-, Breiten- und Spitzensport tätigen.

Verlässliche Rahmenbedingungen für Oberösterreichs Vereine

Für die Sportvereine in Oberösterreich sind stabile und langfristig planbare Rahmenbedingungen von zentraler Bedeutung. Sie ermöglichen es, Bewegungsangebote auszubauen, Kinder und Jugendliche zu fördern, Sportstätten weiterzuentwickeln und das ehrenamtliche Engagement nachhaltig zu unterstützen.

Der ASVÖ Oberösterreich begleitet seine Mitgliedsvereine bei diesen vielfältigen Aufgaben und setzt sich dafür ein, dass Sport- und Bewegungsangebote für Menschen aller Altersgruppen zugänglich bleiben – unabhängig von Herkunft, Geschlecht oder persönlichen Voraussetzungen.

Sport schafft gesellschaftlichen Mehrwert

Jeder zusätzliche Euro für den organisierten Sport ist eine Investition in die Zukunft Österreichs. Sportvereine bringen Menschen in Bewegung, fördern die körperliche und mentale Gesundheit und bieten Raum für Gemeinschaft, Integration und persönliche Entwicklung.

Gleichzeitig leisten hunderttausende ehrenamtlich engagierte Menschen einen unverzichtbaren Beitrag zum gesellschaftlichen Leben. Sie ermöglichen Trainings, Wettkämpfe und Veranstaltungen, begleiten Kinder und Jugendliche und übernehmen Verantwortung in ihren Gemeinden.

Mehr Bewegung kann zudem dazu beitragen, gesundheitliche Folgekosten zu reduzieren und das Gesundheitssystem langfristig zu entlasten. Zusätzliche Glücksspielerträge für den organisierten Sport einzusetzen, würde daher weit über den Sportbereich hinaus positive Wirkung entfalten.

Sportwetten müssen auch dem Sport zugutekommen

Auch bei der künftigen Regulierung des Sportwettenmarktes sollte die besondere Rolle des organisierten Sports berücksichtigt werden. Sportwetten basieren unmittelbar auf den Leistungen der Sportlerinnen und Sportler sowie auf der Arbeit von Vereinen, Verbänden und zahlreichen ehrenamtlich engagierten Menschen.

Die Kosten für Nachwuchsausbildung, Trainingsbetrieb, Wettkampforganisation und Sportinfrastruktur trägt jedoch überwiegend der organisierte Sport. Aus den Steuern und Abgaben des Sportwettenmarktes fließen derzeit keine entsprechenden Mittel an ihn zurück. Eine stärkere Beteiligung wäre deshalb ein fairer, nachvollziehbarer und nachhaltiger Schritt.

Gemeinsam in ein bewegtes Österreich investieren

Die Glücksspielrechtsreform bietet die Möglichkeit, zusätzliche Einnahmen in einen langfristigen gesellschaftlichen Nutzen umzuwandeln. Eine verlässliche und dynamische Finanzierung des organisierten Sports schafft bessere Rahmenbedingungen für Vereine, fördert Bewegung und Gesundheit und stärkt den sozialen Zusammenhalt.

Der ASVÖ Oberösterreich unterstützt daher das Anliegen, die erwarteten Mehreinnahmen aus dem Glücksspielbereich auch für eine nachhaltige Stärkung des Sports einzusetzen. Davon profitieren nicht nur Sportlerinnen, Sportler und Vereine, sondern die gesamte Gesellschaft.

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